Toskana Rezepte

Julia K. Rodeit

Liebesromane zum Davonträumen ...

Rezepte


Nonna ist eine fantastische Köchin! Und nicht nur Franzi und Alessio lieben ihre Küche! Mir ist es gelungen, ihr ein paar ihrer geheimen Rezepte zu entlocken.



Ragù alla bolognese ...


... ist Giulias Lieblingsgericht und hat mit der Variante, die wir als Spaghetti Bolognese als Nudeln mit Tomaten-Hackfleisch-Soße kennen, nicht viel zu tun. Im Gegensatz zu der "deutschen" Version werden zum Ragù Tagliatelle serviert. Oder es wird als Basis für die Lasagne verwendet. Außerdem gibt man in Italien Pancetta, gewürfelten Bauchspeck, zum Ragù und am Ende ein Glas Milch oder Sahne, das den Tomaten ihre Säure nimmt. So wird es ein wunderbar wohlschmeckendes und rundes Gericht und ich verspreche Ihnen, Ihre Kinder werden es trotzdem lieben, auch wenn es keine klassische Tomaten-Hackfleisch-Soße ist.

Die Zubereitung ist ganz einfach. Und das Einzige, was man dazu braucht, ist Zeit zum Kochen lassen.


Dazu brauchen wir:

1kg Rinderhackfleisch

400 g Pancetta in Würfel geschnitten

Olivenöl

4 Zwiebeln

5 Karotten

300 g Staudensellerie

4 Knoblauchzehen

250 ml trockener Rotwein

5-6 EL Tomatenmark

3 Dosen gehackte Tomaten

1 Packung passierte Tomaten

½ l Gemüsebrühe

Salz, Pfeffer

1 Bund Blattpetersilie

Frisches Basilikum

Frischer Thymian

2-3 EL Zucker

200 ml Milch oder Sahne


Olivenöl in einem großen Topf heiß werden lassen. Pancetta, Hackfleisch und gehackte Zwiebeln darin anbraten, salzen und pfeffern. Das Fleisch an den Rand schieben. Fein gehackte Karotten, Sellerie und Knoblauch in die Mitte dazugeben und zusammen mit gehackter Petersilie mit braten. Mit Rotwein angießen und fast verkochen lassen. Anschließend das Bratgut zur Seite schieben auf der freien Fläche das Tomatenmark kurz anbraten. Alles mischen und mit Tomaten und Brühe ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen und abschmecken.

Am besten 3-4 Stunden köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist und ein schönes Ragù entsteht. Dabei gelegentlich umrühren. Am Ende die Milch gehackte Kräuter nach Geschmack unterziehen und zusammen mit Pasta und frischem Parmesan servieren.


Bei uns gibt es übrigens trotzdem Spaghetti dazu, weil die Kinder das lieber mögen ;)

Rotes Pesto

 

Für dieses Gericht könnte Alessio töten. Aber: Es muss Nonnas Pesto sein! Ihr Geheimnis liegt in den Tomaten, die hinter dem Haus in Nonnas kleinem Gemüsegarten in guter Erde stehen und in reichlich Sonne baden, bevor sie getrocknet und verarbeitet werden.

Das habt ihr vielleicht nicht. Doch ein leckeres Pesto ist trotzdem in Nullkommanichts zubereitet.

 

Dazu brauchen wir:

100 g getrocknete Tomaten, kleingeschnitten

2-3 Knoblauchzehen

60 g Pinienkerne

300 ml Olivenöl


Alles mit dem Stabmixer pürieren. Anschließend 50g geriebenen Parmesankäse und fein geschnittenes frisches Basilikum unterheben und mit Pfeffer, wer mag auch mit Cayennepfeffer, abschmecken.

Canolli


Wenden wir uns nun Giulias Lieblingsrezept zu. Sie ist ja eher eine Süße und hätte am liebsten, dass Nonna eine Bäckerei eröffnet. Meine Theorie ist ja eher, dass sie den Zucker für ihre Nerven braucht. Jetzt, wo Kind Nummer vier und fünf zur Welt kommen ...

Auf jeden Fall liebt sie die gefüllten Teigröllchen.

Die sind ein bisschen was für "Bastler". Bei uns musste ein Besenstil zur Herstellung herhalten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!


Teig

50 g weiche Butter

50 g Zucker

3 Eier (Größe M)

50 ml Marsala (oder Weißwein)

2 Pk. Vanillezucker

1 Prise Salz

300 g Mehl

Mehl zum Auswellen

500 g Pflanzenöl zum Frittieren


Füllung

600 g Ricotta

100 g Zucker

2 Pk. Vanillezucker

75 g geraspelte Bitterschokolade

kandierte Früchte, z.B. Orangen oder Kirschen

Puderzucker zum Bestäuben



Zubereitung

Für den Teig die weiche Butter und den Zucker schaumig rühren. 2 Eier, Marsala, Vanillezucker und 1 Prise Salz unter ständigem Rühren zugeben. Anschließend nach und nach das Mehl zugeben und mit den Knethaken des Handrührgeräts kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 2 -3 Stunden im Kühlschrank kalt stellen.

Teig aus der Folie nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 2 mm dünn ausrollen. Der Teig reicht für ca. 12 Quadrate in der Größe von 12x12 cm. Schaumrolle (oder mit Alufolie umwickelte Bambusrohre, in unserem Fall war es der Besenstil ...) von 15 cm Länge und 2 cm Durchmesser diagonal auf jede Teigplatte legen. Das restliche Ei verquirlen. Die gegenüberliegende Teigecke dünn mit Eigelb einpinseln, die Teigplatte aufrollen und leicht andrücken. Teigrollen in das heiße Fett geben und darin in 3-4 Minuten goldgelb ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Wenn die Röllchen abgekühlt sind, die Schaumrolle vorsichtig herausziehen.


Für die Füllung den Ricotta in einem Küchentuch gut ausdrücken. Zucker und Vanillezucker dazugeben und gut verrühren. Geraspelte Schokolade und kandierte Früchte zum Ricotta geben und gut verrühren. In einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle geben und die Cannoli erst kurz vor dem Servieren füllen. Auf einer Platte anrichten und mit Puderzucker bestäuben.