Toskana Rede und Antwort

Julia K. Rodeit

Liebesromane zum Davonträumen ...

Rede und Antwort


 

Hier kommen meine Protagonisten zu Wort! In einem Interview habe ich ihnen ordentlich auf den Zahn gefühlt ...

Interview Francesca Marino


 

Julia K. Rodeit: Liebe Franzi, ich danke dir herzlich, dass du dir für unsere Leser ein bisschen Zeit nimmst.

Franzi Marino: Das mache ich doch gern.

JKR: Stell dich unseren Leserinnen und Lesern mal kurz in eigenen Worten vor.

FM: Mein Name ist Francesca Marino, aber alle nennen mich Franzi. Das liegt wohl daran, dass meine Mutter alles, was mit Italien zusammenhängt, verdrängt. Eigentlich weiß kaum jemand, dass Francesca mein richtiger Name ist.

JKR: Entschuldigung, aber da muss ich gleich einhaken. Dein Verlobter weiß das aber schon, oder?

FM (seufzt): Da bin ich mir nicht so sicher. Wie auch immer, ich bin achtundzwanzig Jahre alt und in Deutschland mittlerweile auf dem Gipfel der Popmusik angekommen.

JKR: Du bist eine gefeierte Sängerin und Deine beiden ersten Alben sind durch die Decke geschossen.

FM: Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe mir einen Traum erfüllt und darf von dem leben, was für andere ein Hobby ist.

JKR: Richtig glücklich siehst du aber nicht aus …

FM: Ach, das ist alles nicht so einfach. Eigentlich möchte ich doch nur gute Musik machen.

JKR: Aber …?

FM: Das ist mitterlweile mit so viel mehr verbunden. Fernsehauftritte, Papparazzi, Interviews, Termine … Mittlerweile fehlt mir sogar der Spaß auf der Bühne.

JKR: Oh. Und dabei dachte ich, dass Dein Leben nach dem Heiratsantrag Deines Freundes perfekt ist.

FM: Das war es auch. Bis ich zusammengeklappt bin und mein Papa mich nach Italien verfrachtet hat. Da nahm das Unheil seinen Lauf.

JKR: Aber als Kind warst Du doch gern bei Deiner Nonna.

FM: Ja, aber damals war ich auch erst fünf. Heute bin ich erwachsen und sehe mich mit einer maroden Pension, die kurz vor dem Verkauf steht, einer hochschwangeren Freundin, die vermutlich durch die Ohren atmet, weil sie so viel redet, und Alessio konfrontiert.

JKR: Alles war damals schon da. Auch Alessio. 

FM: Ja, aber damals war er so anders. Ein Saubub, der dringend eine Tracht Prügel benötigt hätte. So, wie er mich damals an den Haaren gezogen und geärgert hat.

JKR: Und das tut er heute nicht mehr?

FM: Irgendwie schafft er es immer noch, mich auf die Palme zu bringen. Aber andererseits …

JKR: Was?

FM: Ach, ich glaube, das müsst ihr selbst lesen.

JKR: Du machst es ja richtig spannend! Ich danke Dir für das Interview.

FM: Ich danke Dir. Und falls ihr mal in der Toskana seid, schaut unbedingt mal in Navello vorbei. Vielleicht findet ihr sogar Nonnas Pension.

 

 

 

 

Interview Alessio Rivera


 

JKR: Hallo Alessio. Auch dir ein herzliches Dankeschön, dass du dich meinen Fragen stellst.

Alessio Rivera: Sehr gern, liebe Julia.

JKR: Erzähl mal, was hast du gedacht, als Francesca plötzlich in der Toskana aufgetaucht ist?

AR: Soll ich ganz ehrlich sein?

JKR: Ich bitte darum.

AR: Ich dachte mir ‚Was für eine dumme und eingebildete Pute!‘

JKR: Das musst du mir jetzt aber erklären. Hat sie dir einen Anlass gegeben, so über sie zu denken?

AR: Eigentlich nicht. Aber ich habe natürlich mitbekommen, dass sie in Deutschland eine gefeierte Sängerin ist. Maria, also ihre Nonna, lässt ja keine Gelegenheit aus, das der Welt unter die Nase zu reiben.

JKR: Und deswegen ist sie eine eingebildete Pute??

AR: Das ist alles nicht so einfach. Ein bisschen kämpfe ich mit den Schatten der Vergangenheit.

JKR: Du warst früher schon nicht besonders nett zu ihr. Ehrlich, die Kröte in ihrem Bett hätte nicht sein müssen, oder?

AR: Ja, ich weiß, dass ich damals nicht nett zu ihr war. Francesca hatte schon ganz schön unter mir zu leiden. Dabei war sie damals so niedlich mit ihren Zöpfen. Ist es auch heute noch, wenn ich ehrlich bin …

JKR: Und jetzt?

AR: Oh, das ist eine lange Geschichte. Francesca hat mich durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Aber das führt jetzt zu weit. So viel Zeit haben wir sicher nicht. Wenn Euch die Geschichte interessiert, müsst ihr das Buch lesen …

JKR: Das werden wir machen, Alessio. Vielen Dank!

AR: Ich danke Dir!

 

 

 

 

Interview Giulia Di Punzo


 

JKR: Hallo Giulia.

Giulia Di Punzo Rivera: Hallo Julia. Oh, du bist ja quasi meine Namensvetterin. Auf Deutsch sozusagen. Ha, das ist lustig. Aber wenn ich ehrlich bin, gefällt mir der Name auf Italienisch besser.

JKR: Äh ja. Ich wollte dir ein paar Fragen zu Francesca stellen …

GDP: Wahnsinn! Kannst du dir das vorstellen? Eines Tages stand sie plötzlich bei mir vor der Tür. Ich habe gedacht, mich trifft der Schlag. Es ist dreiundzwanzig Jahre her, dass wir uns zuletzt gesehen haben. Aber ich habe sie gleich wiedererkannt. Da hätte sie nicht erst anfangen müssen zu singen. Ich habe damals ja geahnt, dass sie einfach so verschwindet und nie wieder kommt.

Keinen Ahnung, warum, aber ich habe es gespürt. Und war sie aus dem Nichts wieder hier. Ich kann es immer noch nicht fassen. Aber wir haben uns sofort wieder verstanden. Natürlich sind wir älter geworden und haben schon so unsere Erfahrungen gemacht …

JKR: Darf ich dich an der Stelle kurz unterbrechen? Du hast Franzi ja ganz schön die Leviten gelesen.

GDP: Ja, nicht? Das war aber auch höchste Zeit. Haha, eigentlich war das ein lustiger Abend. Ich wollte nochmal einen draufmachen, bevor die Zwillinge zur Welt kommen. Stell dir vor, schon wieder Zwillinge! Alle haben gesagt, das passiert nicht noch einmal. Aber auch das habe ich geahnt. Ich bin so ein Schaf, dass ich mich darauf eingelassen habe. Als ob einmal Zwillinge nicht

gereicht hätten.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei dem einen Abend, den ich mit Francesca in der Bar verbringen wollte. Sie hat mir von ihrem Verlobten erzählt. Aber ich habe sie sofort durchschaut. Die Schwierigkeiten waren vorprogrammiert, kann ich dir sagen. Aber sie wollte ja nicht auf mich hören.

JKR: Was du erzählst, verwirrt mich gerade ein bisschen.

GDP: Das macht schon alles einen Sinn. Aber dazu müsst ihr vielleicht die Geschichte lesen. Denn das war nicht das einzige Mal, dass ich Francesca ordentlich die Meinung sagen musste.

JKR: Stimmt. Franzi hat mir erzählt, dass du sogar im Kreißsaal noch mit ihr geschimpft hast.

GDP: Irgendjemand muss ihr ja mal sagen, was Sache ist. Franzi kann froh sein, dass sie mich hat. Entschuldigt bitte, aber ich muss jetzt los. Matteo muss seine Hausaufgaben machen und wie ich die Sofia und Elena kenne, hecken sie auch wieder was aus. Außerdem haben die Babys bald Hunger. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen! Und falls ihr in der Nähe seid, kommt einfach vorbei! Wir haben ein nettes, kleines Restaurant, und wenn ihr Glück habt, dann stehe ich vielleicht schon wieder hinter dem Tresen. Ciao!

JKR: Äh, ja. Danke für das Interview, liebe Giulia.

 

(Anmerkung: Ich glaube ja, dass Giulia durch die Ohren atmet und nicht durch den Mund. Anders kann ich mir nicht erklären, wie sie so viel reden kann …)

 

 

 

 

Interview Nonna - Maria Marino


 

JKR: Buongiorno, Signora Marino.

Maria Marino: Ciao. Oh bitte, nennen Sie mich Nonna.

JKR: Welche Ehre, dankeschön! Liebe Nonna, wie war es denn für Sie, als Giulia plötzlich wieder da war?

MM: Nun, ich wusste ja, dass sie mich besuchen würde. Und ich war so froh, als sie endlich da war. Wissen Sie, ich habe alle Zeitungsausschnitte von Francesca in einem Ordner gesammelt. Sie ist eine richtige Berühmtheit.

JKR: Sie sind stolz auf sie?

MM: Natürlich! Aber für mich wird sie immer mein kleines Mädchen von damals bleiben.

JKR: Bei Ihnen ging es ja damals schon hoch her, als Franzi mit Alessio, Giulia und Luca gespielt hat.

MM: Ja, das stimmt. Da war immer viel los. Allein wenn ich an die Streiche denke, die sie immer gespielt haben.

JKR: Und die Kröten im Bett …

MM: Das war Alessio! Er hatte es damals nicht einfach, der arme Junge. Das muss man ihm nachsehen. Er meinte es nicht böse. Natürlich tat es mir leid, dass er Francesca so geärgert hat.

JKR: Hatten Sie Sorge, dass die beiden sich jetzt, da sie erwachsen sind, wieder in die Haare bekommen würden?

MM: Nein. Sie sind ja mittlerweile in einem Alter, wo man sich nicht mehr das Eis klaut oder sich an den Zöpfen zieht.

JKR: Und trotzdem hat die Geschichte dann eine heftige Wende vollzogen. 

MM: Oh ja. Damit konnte keiner rechnen. Was da alles passiert ist! Zeitweise hatte ich das Gefühl, in einem Irrenhaus zu leben. Ich kann Ihnen sagen, zusammen mit den Sorgen, die ich mir um meine Pension gemacht habe, war das nicht einfach.

JKR: Das kann ich gut verstehen. Aber ich denke, das müssen unsere Leserinnen und Leser selbst entdecken. Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch genommen haben.

MM: Ich danke Ihnen. Sie sind eine äußerst reizende junge Frau.